Trainer C Ausbildung 2016

Am 28. Mai 2016 war es wieder soweit. Der Judo-Verband Sachsen e.V. hat in der Halle des Bundestützpunktes Judo in Leipzig von 15 Judoka die Prüfung zum Trainer C abgenommen. In Vorbereitung auf die Prüfung und den Traineralltag wurden den hochmotivierten Sportlern an 4 Wochenenden die Lehrinhalte der verschiedenen Themenkomplexe unter der Leitung des Prüf- und Lehrreferenten Norbert Fahrig vermittelt.

Bei besonderen Themen wurde Norbert Fahrig von verschiedenen Gastdozenten unterstützt. Am ersten Wochenende im Sportpark Rabenberg haben sich zum Beispiel die Judoka unter der Anleitung von Olaf Schmidt die methodische Entwicklung der Techniken Seoi-nage, Ippon-seoi-nage und Tai-otoshi erarbeitet. Zudem gab er einen Einblick in die judospezifischen Trainingsmittel, die Vermittlung von Techniken in Kinderbereich sowie die verschiedenen Uchi-komi-Formen.

Ein sehr wichtiges Thema bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist die Aufsichts- und Obhutspflicht. Der Rechtsanwalt O. Busch hat an dem zweiten Wochenende mit den Traineranwärtern die aktuelle Rechtssprechung erörtert und uns sensibilisiert, diese Themen ernst zu nehmen. Frau K. Müller hat ein neuen Bestandteil in die Trainerausbildung integriert. Zum ersten Mal in der Trainerausbildung wurde das Thema Umgang mit verhaltensauffälligen Kindern und kooperative Spiele auf die Tagesordnung gerufen. Im Judowettkampf treten immer zwei Sportler gegeneinander an. Doch gerade beim Festigen von Judotechniken ist es wichtig, dass die Judoka sich gegenseitig unterstützen und helfen. Die Themen Persönlichkeits- und Teamentwicklung wurden daher von R. Liesebach thematisiert und ausprobiert. Am Sonntagmorgen begann J. Lühmann mit der Theorie der Grundlage zur Ausbildung sportlicher Leistungsfähigkeit. Doch ist die Theorie immer nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist die Praxis. Daher gingen die Sportfreunde aus Sachsen im Anschluss gemeinsam auf die Judomatte und haben die Übungen zur Koordinationsentwicklung, Partnerübungen und Circuittraining in Form des High-Intensity-Interval-Training (HIIT) getestet.

Als zukünftige Trainer müssen die Judoka natürlich auch über verschiedene Anpassungsprozesse sowie Sportbiologie und -motorik Bescheid wissen. Herr Dr. L. Richter hat dazu in Theorie und Praxis Hintergrundwissen und Anwendungsmöglichkeiten in der dritten Woche weitergegeben. Durch S. Leonhardt wurde die Grundkampfkonzeption (GKKZ) des Deutschen Judo-Bundes im Stand vorgestellt. Die GKKZ soll zukünftig auch an die neuen Judotrainer weitergegeben werden, daher fand dieser Teil auf der Tatami statt. Mit Olaf Schmidt wurden am Boden verschiedene Sankaku Varianten und Handlungskomplexe trainiert.

Am letzten Wochenende durfte die Ausbildungsgruppe um Norbert Fahrig in ihren Reihen einen besonderen Dozenten begrüßen. Herr Dr. Hans-Jürgen Ulbricht, Ehrenpräsident des JVS,  referierte über trainingsmethodische Befähigung, Störfaktoren im Judounterricht und Coaching. Zudem wurden von Herrn Dr. Ulbrich und Herrn Fahrig die ersten Lehrproben gesichtet und die praktische Prüfung der Sportler abgenommen. Martin Schiller rundete das Wochenende mit der GKKZ und Handlungskomplexen  in Boden ab.

Trotz des vielen neuen und aufgefrischten „alten“ Wissens haben es sich die Judoka nicht nehmen lassen, sich mit Norbert Fahrig am Abend nochmals zusammen zu finden. Zum einen hat Herr Fahrig in den Abendstunden eine Lehrunterweisung zum Thema „Katame-no-kata“ gegeben und die Grundprinzipien der Kontrolle des Gegners in Ne-waza  vermittelt, zum andern gab es Zeit miteinander ins Gespräch zu kommen.

Abgerundet wurde die von allen Teilnehmern als sehr gut, informativ und motivierend eingestufte Ausbildung durch die abendlichen gemeinsamen Gespräche, zum Beispiel mit dem Ehrenpräsidenten des Judo-Verbandes Sachsen über die Ursprünge des Judosportes in der  DDR  sowie  über aktuelle Vereins- und Judothemen.

Ein kurzes Fazit: „Weiter so!“

Autor:   Danny Penno      Randori Leipzig -West e.V.

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