„Nage-waza-ura-no-kata“ im Arashi Dojo

Am 09. Februar 2019 trafen sich 29 interessierte Judoka im Dojo des Judoclub Arashi Dresden zu einem weiteren, mittlerweile neunten Kata-Workshop mit Prof. Dr. Peter Deegen.

Prof. Deegen ist  seit 1995 Mitglied des Kodokan und vermittelte sein großartiges Wissen in einer sehr erfrischenden und überaus anschaulichen Art und Weise. Durch seine Erfahrung und seine Art der Präsentation wird diese Form des Judo aus dem bisherigen Schattendasein in das moderne Judo transferiert und findet immer mehr begeisterte Anhänger.

Der Lehr- und Prüfungsreferent Norbert Fahrig, der für die Organisation des Lehrgangs zuständig zeichnete, war über die hohe Teilnehmerzahl bei der eher selten gezeigten und geübten „Nage-waza-ura-no-kata“ sehr erfreut. Die Beweggründe der  Teilnehmer/innen waren vielfältig, manche nutzten diesen Lehrgang für die Vorbereitung auf ihre nächste Dan-Prüfung und andere vertieften ihre bereits vorhandenen Kenntnisse. Die Anwesenheit von Mitgliedern der Danprüfungskommission des Judo-Verbandes Sachsen, die diese Gelegenheit zur Fortbildung nutzten, unterstrich die Wichtigkeit und den Stellenwert Kata im JVS.

Auf dem Programm stand in diesem Jahr die auch in Japan wenig bekannte und geübte „Nage-waza-ura-no-kata“. Die Kata wurde vermutlich ab den 1920/30ger Jahren von Kyuzo Mifune (10.Dan) entwickelt. Einer seiner Schüler war K. Ito. Ein Wegbegleiter von Ito, der auch selbst bei Mifune trainiert hat, war Shizuya Sato (9.Dan), welcher noch bis 2010 am Dojo der amerikanischen Botschaft in Tokio trainiert und gelehrt hat. Unser Referent hat die auf dem Programm stehende Kata bei S. Sato gelernt und konnte uns somit aus erster Hand die wesentlichen Inhalte und Merkmale dieser Kata übermitteln.

Nach Vorstellung von Mifune kann man eine perfekte Technik nicht kontern, jedoch durchläuft man in der Ausführung eine Reihe von Phasen, die es dem Gegner erlauben einzuhaken und einen Konter zu setzen. Ein wesentlicher Gesichtspunkt ist nach der Auffassung unseres Referenten dem Gegner das Gleichgewicht zu „stehlen“, ihn  zu überraschen und die gegnerische Kraft und Bewegung weiterzuleiten. Nach diesen Kernaussagen machten sich die Teilnehmer an die erste Gruppe der Kata, die Te-waza.

Prof. Deegen leitete den Workshop mit speziellen Aufwärmübungen ein und unterstrich die verschiedenen Übungen mit einer rhythmischen, japanischen Zählweise. Immer wieder demonstrierte Peter die einzelnen Bewegungsabläufe, bei denen er von Heiko Kother als Uke unterstützt wurde. Unser Referent nahm sich viel Zeit, um den Teilnehmern hilfreiche Tipps und Erklärungen zu den Hintergründen der einzelnen Techniken zu geben, auch unter Berücksichtigung der historischen Bezüge.

Prof. Deegen sprach nach dem doch sehr anstrengenden Tag allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein sehr großes Lob aus, mit welcher Mühe sie die zum Teil ungewohnten Bewegungsabläufe gemeistert haben und wie hoch konzentriert sie bis zum Ende des Workshops beim Erlernen der Gegentechniken waren.

Besonders zu erwähnen ist noch, dass unser Referent dem ältesten Teilnehmer anlässlich der Verleihung des 7. Dan im letzten Jahr ein persönliches Geschenk überreichte. Klaus Büchler (82 Jahre) ist seit Jahren ein unverzichtbares Mitglied der Danprüfungskommission des JVS und ein verlässlicher Ansprechpartner in Sachen Kata.

Zum Abschluss des Workshops bedankten sich Prof. Deegen und Norbert Fahrig ausdrücklich bei den Helfern des gastgebenden Judoclub Arashi Dresden für die exzellenten Bedingungen und das liebevoll gestaltete Buffet.

Wir freuen uns schon alle auf Teil 2 der „Nage-waza-ura-no-kata“ im nächsten Jahr.

Autor: Norbert Fahrig

 

 

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