Informationen zur Mitgliederversammlung des DJB

Am vergangenen Wochenende fand die Mitgliederversammlung des Deutschen Judo Bundes im online-Verfahren statt

Erstmals in der Geschichte des Deutschen Judo Bundes wurde eine Mitgliederversammlung in digitaler Form abgehalten. Das neue Präsidium um DJB-Präsident Daniel Keller hatte eine bestens organisierte und strukturierte Sitzung vorbereitet, sodass in einer zehnstündigen Sitzung die Weichen für das kommende Jahr gestellt werden konnten. Seitens des JVS nahmen Schatzmeister Lutz Pitsch, Sportkoordinator Dr. Ingo Friedrich, Vizepräsident René Andreis und der Präsident Frank Nitzel teil. Die Wichtigsten Beschlüsse und Informationen sollen hier genannt werden:

Mit Christiane Kieburg-Bauer wurde auf Antrag des Landesverbandes Berlin erstmals eine Frau zum Ehrenmitglied des DJB gewählt.

Hinsichtlich der Grundlagen für die Arbeit des DJBs bzw. dessen Gremien wurde eine neue DJB-Geschäftsordnung einstimmig angenommen.

Der DJB führt ab dem neuen Jahr die Altersklassen U13 und U11 als offizielle Altersklassen ein, bei beiden ist die Landesmeisterschaft (Einzel und ggf. Mannschaft) die höchste Wettkampfebene. Mindestgraduierung für die AK U11 und die U13 ist der 8. Kyu, darüber hinaus ist die Mindestgraduierung der 7. Kyu. Grundsätzlich gilt: Wenn es auf der Ausschreibung explizit vermerkt ist, können Mädchen und Jungen bis zur AK U13 gemeinsam kämpfen. Die JL des JVS wird hierzu beraten und zeitnah eine Empfehlung für den Geltungsbereich des JVS abgeben.

Für Mannschaftskämpfe der AK U18 und U15 gelten neue Gewichtsklassen. Mit der Einführung der neuen Alters- und Gewichtsklassen wurden auch neue Jugendsonderregeln beschlossen. Hierzu wird die Jugendleitung des JVS gesondert informieren und diese veröffentlichen.

Für die Deutschen Pokalmeisterschaften ist ab dem Jahr 2021 keine Qualifikation mehr notwendig, die Maßnahme ist als offene Veranstaltung zu betrachten. Olympiakader, Perspektivkader und Ersatzkader sind bei der Veranstaltung nicht startberechtigt.

Die Neufassung/-ordnung und die Punktvergabe für die Deutsche Rangliste wird nochmals überarbeitet.

Für die DEM U21 sind die vier Erstplatzierten der Mitteldeutschen Einzelmeisterschaft startberechtigt. Hinzu kommen NK1 und PK und Platz 1-5 der vorjährigen DEM U18 (ältester Jahrgang oder mittlerer Jahrgang, wenn NK2)

Für die Deutschen Pokalmeisterschaften U15 und U18 gibt es künftig die Möglichkeit als Kampfgemeinschaft (beide Vereinsnamen werden genannt) oder als Vereinsmannschaft (nur ein einziger Gaststarter zulässig) anzutreten.

Die Jugendleitung des DJB wird künftig im Präsidium des DJB von Jörg Bräutigam als Vizepräsident Jugend vertreten.

Zunächst nur das Lehrwesen betreffend (kann sich aber perspektivisch auch auf das Kampfrichterwesen auswirken): Ab 2021 ist mit der Anmeldung zu jedem lizenzerwerbenden/lizenzverlängernden Lehrgang ein aktuelles (nicht älter als drei Monate) erweitertes Führungszeugnis abzugeben, ansonsten ist eine Teilnahme nicht möglich. Zur Ergänzung der Ausbildungsordnung in Bezug auf Prävention sexualisierter Gewalt wurde beschlossen, dass bei begründetem Tatverdacht (polizeiliche Ermittlungen) ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis gefordert werden kann, dass die DOSB-Lizenzen ruhen und diese bei Verurteilung entzogen werden können.

Anträge auf Wartezeitverkürzungen für Danprüfungen für Ü-60-Judoka und die Möglichkeit zum Erwerb von zwei Kyugraden für volljährige Judoka wurden zurückgezogen und sollen Eingang in die komplette Überarbeitung der Graduierungsordnung/-inhalte finden. Hierzu wurde eine Arbeitsgruppe gegründet. Der JVS ist durch den Präsidenten Frank Nitzel in der Arbeitsgruppe vertreten.

Ein Antrag der Bundesligavereine/des Bundesligaausschusses auf weitreichende Änderungen des Zusammenwirkens zwischen Bundesliga und DJB (mehr Eigenständigkeit der Liga) wurde mehrheitlich abgelehnt. Die MV sah hier tiefgründige Eingriffe in rechtliche Grundsätze des DJB.

Bei der Wahl der Revisoren wurde der Schatzmeister des JVS, Lutz Pitsch, zum Revisor des DJB gewählt. JVS-Präsident Frank Nitzel wurde in den Rechtsausschuss des DJB gewählt.

Für das Himmelfahrtswochenende 2022 (Mittwoch bis Sonntag) wurde die Durchführung eines DJB-Judo-Festivals in Bad Ems bekanntgegeben. In einer sehr vielversprechenden Präsentation wurde das Konzept für die Veranstaltung dargestellt. Die Deutsche Katameisterschaft und der Jugendpokal U15 sollen hier durchgeführt werden. Die JL des JVS prüft die Teilnahme und die Unterstützung der Veranstaltung.

Weiterhin wurde die Einführung eines digitalen Judopasses ab 2022 in Aussicht gestellt und das Konzept hierfür vorgestellt. Dieser Pass soll auf der bereits bestehenden Plattform „dokume“ basieren.

Die Neuerungen/Änderungen/Beschlüsse der MV des DJB werden nun nach Behandlung im JVS-Hauptausschuss Eingang in die JVS-Regelwerke und Ordnungen finden, sodass ab 1.1.2021 alle aktuellen Ordnungen auf der Webseite des JVS einzusehen sein werden.

Mit sportlichen Grüßen und besten Wünschen für eine gute Gesundheit,

Frank NItzel, Präsident JVS.

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