Offener Brief an das sächsische Sozial- und Innenministerium

Der Vorstand des JVS bittet die sächsischen Ministerien für Inneres und Soziales um Berücksichtigung des Kontaktsports in der Corona-Schutz-Verordnung

Liebe Sportfreunde,

Im Zuge der allgegenwärtigen Lockerungen aufgrund der sinkenden Inzidenzzahlen hat der Vorstand des JVS beschlossen, bei den betreffenden Ministerien des Freistaates Sachsen auf die Lage derjenigen Sportarten aufmerksam zu machen, die als Kontaktsportarten auf Trainingsmöglichkeiten in geschlossenen Räumen angewiesen sind. Nachfolgend gebe ich hiermit das Schreiben an Frau Staatsministerin Köpping und Herrn Staatsminister Prof. Dr. Wöller zur Kenntnis. Hoffen wir, dass es in der nächsten Corona-Schutz-Verordnung Regelungen oder zumindest eine belastbare Perspektive für den Kontaktsport in Innenräumen, somit auch für unseren Judosport, geben wird.

Mit Sportlichen Grüßen und besten Wünschen für eine gute Gesundheit verbleibt

Frank Nitzel, Präsident JVS.

 

 

Hier das Schreiben an die betreffenden Ministerien:

Sehr geehrte Frau Staatsministerin Köpping,
Sehr geehrter Herr Staatsminister Prof. Dr. Wöller,

Die sinkenden Infektionszahlen in Sachsen wecken in vielen sportbegeisterten Menschen den Wunsch, wieder ein bisschen mehr Normalität zurückzugewinnen. Zum Teil bietet die sächsische Corona-Schutz-Verordnung dafür auch Perspektiven. Für einen sehr großen Teil des Breiten- und Vereinssports in Sachsen ist das aber leider nicht so, da zum Kontaktsport in Innensportanlagen keine Aussage getroffen wird. Dies betrifft nicht nur die Sportart Judo. Der Breiten- und Vereinssport liegt zurzeit bis auf wenige Ausnahmen am Boden, obwohl er eine wichtige soziale Stütze unserer Gesellschaft ist. Durch das Fehlen jeglicher Perspektive wird ihm zudem nachhaltig geschadet. Die Folgen sind nicht absehbar, holen wir doch mit unserem Engagement Menschen aller Altersklassen und sozialer Schichten ab.
Der Vereins- und Breitensport hat bereits im letzten Jahr Durchführung- und Hygienekonzepte implementiert und erfolgreich umgesetzt. Diese könnten um aktuelle Maßnahmen, wie Tests und den Umgang mit Geimpften und Genesenen erweitert werden. Sie bieten so eine sehr gute Grundlage für eine risikoarme Durchführung von Kontaktsport auch im Innenbereich. Eine begrenzte Gruppengröße, feste Trainingspartner und Kontaktnachverfolgungen tragen ebenfalls zur Eingrenzung bei.
Ich möchte Sie entsprechend bitten, bei der Fortschreibung der aktuellen Corona-Schutz-Verordnung den Kontaktsport auf Innensportanlagen nicht zu vergessen und diesem eine Perspektive zu geben. Lassen Sie diese wichtige soziale Stütze nicht unberücksichtigt und verschärfen Sie nicht die Ungleichbehandlung zwischen den Sportarten, die einigen wenigen große Freiräume, vielen weiteren aber keinerlei Perspektive einräumt.

Mit sportlichen Grüßen,

Frank Nitzel, Präsident Judo-Verband Sachsen e.V.

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