Nationale Spiele in Berlin

Vom 19.6. bis 25.6. fanden in Berlin die Nationalen Spiele , Special Olympics – Wettbewerb für Menschen mit geistiger oder Lernbehinderung, statt. Zu den insgesamt über 4000 Athleten und rund 12000 Betreuer, Trainer und Helfer gehörte auch eine kleine Judo-Delegation aus Sachsen. Anna Scheppan vom JC Antonsthal-Schwarzenberg, sowie Romy Weidauer (Betreuer/Trainer) und Reinhard Weidauer (Delegationsleiter/Headcoach) machten sich auf den Weg zu einer anstrengenden und ereignisreichen Woche.

Nach der Qualifikationsrunde und der Klassifizierung am Montag standen die Wettkampfklasse sowie die Listeneinteilung fest. Anna startet in WK1, bei den Athleten, die auch mit gesunden Sportlern zusammen trainieren können. Auch war klar, dass sie es mit der 24jährigen  mehrmaligen Deutschen Meisterin und Special Olympics-Siegerin Evin Celiktas aus Leverkusen zu tun bekommt.  Mangels Trainingsmöglcihkeiten hatten wir keine Gelegenheit, die Gegnerin zu beobachten (war aber vielleicht auch gut so). Da bei dem geringen Gewicht nur zwei Athletinnen gemeldet waren, wurde das Duell in drei Kämpfen entschieden. Im ersten Kampf ging Evin nach einem Seoi Nage mit Waza-ari in Führung. Anna konnte aber kurze Zeit später ebenfalls durch Seoi nage mit Ippon den Kampf für sich entscheiden. Im zweiten Kampf konnte ihre Gegnerin wieder mit zwei gleichen Seoi Nage und anschließendem Waza-Ari den Sieg für sich verbuchen. Diese Spezialtechnik der Leverkusenerin stellte sich bereits in diesem zweiten Kampf als echtes Problem dar. Sie war ca. 10cm kleiner aber 10% schwerer als Anna Scheppan. Dazu kämpfte Sie in einer extremen Rechtsauslage und tief abgebeugt, so dass Anna ihre Techniken gar nicht anbringen konnte. Zu diesem Zeitpunkt war Evin klar überlegen. Der dritte und letzte Kampf musste also die Entscheidung bringen. Dabei ging es nicht nur um Gold, sondern auch um eine mögliche Qualifikation zu den Weltspielen 2023, zu den sich beide Sportlerinnen beworben haben.

In diesem nun entscheidenden Kampf ging Evin bereits nach 15 Sekunden mit ihrem Seoi Nage und Waza-Ari in Führung. Anna entschied sich in diesem Moment für einen konsequenten Wechsel der Auslage. Mit dominanten Links-Griff lies sie der Gegnerin keine Chance mehr zu einem erneuten Angriff und warf kurz vor Ende der Kampfzeit einen Seoi Nage rechts (aus linkem Griff, Danke an Steffen Schürer für seine GKKZ), mit direkten Übergang zur Yoko Shiho Gatame, welche aber gar nicht mehr nötig war. Damit konnte Anna bei ihrem ersten Wettkampf in der WK1 eine wichtige Goldmedaille feiern.

 

Mehr am Rande dieser Wettkämpfe fand am Dienstag ein Kata Wettbewerb statt. Wir haben spontan unsere Teilnahme in der Katame No Kata zugesagt. Ohne Vorbereitung und Training für diesen Wettbewerb reichte es wegen dem Auslassen einer Technik nur zu Rang 5. Gelobt wurde aber die exakte und sehr dynamische Ausführung. Als Wertungsrichter fungierten übrigens unter anderem Sebastian Frey   und Magnus Jezussek.

 

Der Judo-Verband Sachsen gratuliert Anna sowie ihrem Trainerteam zu ihren Erfolgen.

 

Text: Reinhard Weidauer

Bild: Reinhard Weidauer

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