Ausbildung Trainer*innen C

Am 25.04.2026 startete um 09:00 mit einer freundlichen Begrüßung durch Dirk Hilbig und Informationen zum Organisatorischen der 3. Teil des Lehrgangs zum Erwerb der Trainerlizenz C für die angehenden Trainer im Jodosport Sachsen.

Tag 1

Kamprichterregeln

Der erste Tag begann mit einer Schulung zum Thema Kampfrichterregeln im Judosport. Durch Landeskampfrichterreferent Uwe Sladek wurden grundsätzliche Infos zum Kariwesen in Sachsen, zur Nachwuchsgewinnung und -förderung und vor allem zu den Wettkampfregeln weitergegeben. 

Beginnend mit der Umsetzung der Judowerte an der Matte über die Wertungen und Strafen wurden interessantes Wissen vermittelt. Wie schwer es ist, in Bruchteilen von Sekunden die richtigen Entscheidungen zu treffen, konnte mit Hilfe von Videos, die auch in der Kari-Ausbildung verwendet werden, noch einmal verdeutlicht werden.  Außerdem wurde noch einmal explizit auf die Sonderregelungen im Kinder- und Jugend-Bereich eingegangen. 

Viele Fragen durch die Teilnehmer und die entsprechenden Antworten stellten einen hohen Praxisbezug sicher.

Nach diesen ausgiebigen Theorieeinheiten wurde in der Mittagspause hervorragend für das leibliche Wohl der Teilnehmer gesorgt. Vielen Dank an dieser Stelle an die Küche.

 

Biomechanik

Im nächsten Block begrüßte uns Lutz Richter und stellte uns den biomechanischen Bewegungsapparat und die besonderen Beanspruchungen durch den Judosport vor. Dabei wurde besonders das Zusammenspiel von Muskulatur und Skelett beleuchtet. Außerdem wurden interessante Informationen zu Muskelaufbau, zu gezielten Trainingsmethoden zur Verbesserung der spezifischen Kraftentwicklung und die altersbezogenen Besonderheiten beim Krafttraining vermittelt. 

Speziell wurde auf die altersbezogenen und wachstumsbedingten Besonderheiten am Skelett bei Kindern und Jugendlichen eingegangen. Die daraus resultierenden Einschränkungen beim Krafttraining und auch bei den Judotechniken konnten so noch einmal verdeutlicht werden.

Vorbereitend auf den praktischen Teil wurden dann über Körperschwerpunkte und Unterstützungsflächen gesprochen. Dieses Thema sollte nach der Kaffeepause dann praktisch vertieft werden,

 

Praktischer Teil

Im praktischen Teil wurde durch Lutz Richter das Thema Körperschwerpunkte und Unterstützungsflächen fortgeführt. In Gruppenarbeit konnten schlüssig verschiedene Situationen und Anwendungsfälle für die gezielte Nutzung dieses Wissens erarbeitet und vorgestellt werden.

Danach war die Verletzungsprävention das zentrale Thema. Speziell im Bereich der Ellenbogen und Schultergelenke, die beim Judo stark beansprucht werden. 

In spielerischer Form wurden Übungen zur Gleichgewichtsschulung und zur Verbesserung der Körperspannung vorgestellt und probiert. 

Dann übernahm Dirk Hilbig das Ruder. Nächstes Thema im praktischen Teil war wieder die Kraftübertragung speziell bei Hebeltechniken (Juji Gatame). Hier wurde noch einmal demonstriert, wie die Physik im Judo ihre praktische Anwendung findet.

Der nächste Komplex behandelte altersgerechte Wurftechniken. Mit Hilfe von methodischen Reihen wurde demonstriert, wie im Kindertraining - startend aus dem Kniestand - Würfe, wie zum Beispiel Tai Otoshi, erarbeitet werden können, ohne durch die Fallhöhe Ängste bei den Kindern zu schüren.

Danach wurden die Teilnehmer beim Abendbrot wieder durch die Küche verwöhnt.

Die letzte Einheit des Tages startete mit Erwärmungsspielen auch musikalischer Art. Außerdem konnten die Teilnehmer spielerische Übungen zu Koordination, Gleichgewicht und Kraft in verschiedenen Teamraupenspielen schulen. Dann ging es wieder an die altersgerechten Wurftechniken. Dabei wurden Unterschiede zwischen Gari und Barai Würfen demonstriert und besprochen. 

Den Tag rundete eine lockere Runde Judoschach ab. Nach der Verabschiedung und dem Ausblick auf den nächsten Tag ging es dann nach einem sehr interessanten und lehrreichen Tag in den wohlverdienten Feierabend.

 

Tag 2

Der Sonntag begann nach einem ausgewogenen Frühstück mit einem theoretischen Teil, der durch Lutz Richter referiert wurde. Die konditionellen Fähigkeiten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen unterscheiden sich so stark, dass insbesondere beim Training explizit darauf Rücksicht genommen werden muss. 

Wie das optimal bewerkstelligt werden kann, wurde anhand vieler praktischer Beispiele gezeigt und besprochen. „Buddy“ – der Skeleton, stand dabei nochmals im Mittelpunkt der Veranschaulichung. Die Übungen zur Veranschaulichung der Beweglichkeiten von Gelenken waren begleitet von Aha-Erlebnissen.

Der praktische zweite Teil zum Thema „altersgerechte Wurftechniken“ wurde wieder von Dirk Hilbig referiert und führte sehr schnell zum heiß ersehnten Mattenkontakt. 

Anhand vieler Beispiele wie z.Bsp. der Seoi-nage wurde uns verdeutlicht, wie wir bei Korrekturen der Wurftechniken der Judoka ansetzen und diese durchführen können. Wichtig hierbei ist es, nicht hervorzuheben, was alles FALSCH ist, sondern das, was RICHTIG und GUT ist und dann die Korrektur mit „probiere doch mal das aus…“ zu beginnen.

 

Nach einer kulinarischen Mittagsreise in das Wunderland der hervorragenden Küche der Sportschule Werdau widmete sich Dirk Hilbig zwei recht theoretischen Themen, den Vor- und Nachteilen verschiedener Wettkampfformen in Bezug auf das Alter der Teilnehmer. Das zweite, allen Teilnehmern schon recht gut bekannte Thema, widmete sich dem Coaching bei Wettkämpfen.

Die Differenzierung zwischen „Trainer“ und „Coach“ wurde recht schnell deutlich und zeigte wiedermal, wie vielseitig so ein Judotrainer eigentlich sein muss. 

Das Konfliktmanagement – Dirk Hilbig referierte aus seinem unerschöpflichen Erfahrungsschatz und bald entstand eine recht angeregte Diskussion unter den Teilnehmern. Jeder Teilnehmer hatte schon mindestens eine außergewöhnliche Situation am Mattenrand und auf der Matte und besprach in der gesamten Gruppe Lösungsansätze dazu. Fazit dazu: Ansätze zur Konfliktlösung sind individuell und müssen zu jedem Charakter der Judoka passend gewählt werden. 

Solche Austausche von Erfahrungen sind ein sehr wichtiger Bestandteil des gesamten Lehrgangs und für die meisten Teilnehmer von großem Wert.

Mit einer kurzen Feedbackrunde und der freundlichen Verabschiedung endete das Wochenede und die Teilnehmer machten sich, gefüllt mit neuem Wissen, auf den Heimweg.

Bilder und Text: Team Ehrlichkeit