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Sachsens U18-Judoka zeigen starke Leistungen bei der Europameisterschaft
Für Ali Gaffarli (-50 kg) und Hannes Schürer (-73 kg) ging in den vergangenen Tagen mit der Teilnahme an den Millennium Team European Judo Championships Cadets auf Gran Canaria ein großes Ziel in Erfüllung. Die Nominierung für die U18-Europameisterschaft war der verdiente Lohn für viele Monate harter Arbeit und konstant starker Leistungen auf nationaler und internationaler Ebene. Doch beide Athleten reisten nicht nur mit dem Ziel an, dabei zu sein – der Traum von einer Medaille war greifbar und entsprechend groß ist nach dem Wettkampf auch die Enttäuschung.



Ali Gaffarli überzeugt mit Kämpfen auf Medaillenniveau
Ali Gaffarli eröffnete aus sächsischer Sicht die Europameisterschaft in der Gewichtsklasse bis 50 Kilogramm. Mit einem souveränen Auftaktsieg gegen den Spanier Ruben Yague Lancha startete der Sachse erfolgreich in das Turnier und zog in die nächste Runde ein.
Dort wartete mit dem Israeli Amit Argi, dem späteren Poolsieger, eine der stärksten Herausforderungen des Tages. Gaffarli zeigte einen beeindruckenden Kampf und dominierte seinen Gegner über weite Strecken. Mit 2:0 Shidos lag der Sachse bereits aussichtsreich in Führung und kontrollierte das Geschehen. Kurz vor Schluss ging er jedoch einmal unnötig ins Risiko. Nach einer strittigen Kampfrichterentscheidung erhielt sein Gegner eine Wertung und drehte den Kampf noch zu seinen Gunsten. Eine bittere Niederlage, obwohl Gaffarli über weite Teile der Begegnung der aktivere Kämpfer war.
Da Argi seinen Pool gewann, erhielt der Sachse in der Hoffnungsrunde eine weitere Chance. Gegen den Moldavier Bogdan Midrigan ließ Gaffarli nichts anbrennen und gewann überzeugend.
Im anschließenden Kampf gegen den Franzosen Andrea Hoffmann schien der Einzug in den Kampf um Bronze lange möglich. Nach einer frühen Führung unterlief Gaffarli jedoch ein taktischer Fehler, den Hoffmann eiskalt ausnutzte und mit einem Konter einen Waza-ari erzielte. Anschließend bestimmte der Sachse den Kampf nahezu nach Belieben. Gleich mehrfach brachte er seinen Gegner zu Fall und erzielte insgesamt vier Wertungen – mindestens eine davon hätte durchaus als Waza-ari bewertet werden können. Dennoch reichte es aufgrund der höheren Wertung des Franzosen nicht mehr zum Sieg.
Die Enttäuschung nach dem Ausscheiden war entsprechend groß. Über nahezu die gesamte Wettkampfzeit hatte Ali Gaffarli gezeigt, dass er mit den besten U18-Judoka Europas mithalten kann. Kleine Fehler und unglückliche Entscheidungen verhinderten am Ende jedoch die verdiente Belohnung in Form einer Medaille. Gleichzeitig nahmen Trainer und Athleten aus vielen Nationen die Leistung des Sachsen wahr und spendeten viel Zuspruch – ein Zeichen dafür, welchen Eindruck seine Kämpfe auf internationaler Bühne hinterließen.


Hannes Schürer scheitert am topgesetzten Georgier
Am zweiten Wettkampftag ging Hannes Schürer in der Klasse bis 73 Kilogramm auf die Matte. Zum Auftakt setzte er sich souverän gegen den Griechen Maximos Kountos durch und erreichte damit die zweite Runde.
Dort kam es zum erneuten Aufeinandertreffen mit dem an Nummer eins gesetzten Georgier Giorgi Mtchedlishvili. Beide kannten sich bereits von den European Cups: Während der Georgier beim European Cup in Győr 2025 die Oberhand behalten hatte, konnte Schürer das Duell beim European Cup in Teplice 2026 für sich entscheiden. Entsprechend spannend wurde auch das dritte Aufeinandertreffen erwartet.
Über weite Strecken begegneten sich beide Athleten auf Augenhöhe. Im Übergang vom Stand- zum Bodenkampf war Schürer jedoch einen Moment unaufmerksam. Mtchedlishvili nutzte diese Gelegenheit sofort aus und sicherte sich mit einer Osae-komi einen Waza-ari. Schürer kämpfte sich mit großem Einsatz und viel Löwenherz zwar noch aus dem Haltegriff, den Rückstand konnte er jedoch nicht mehr aufholen.
Besonders bitter: Der Georgier verlor anschließend überraschend sein Viertelfinale, wodurch Schürer die Chance auf die Hoffnungsrunde verwehrt blieb. So endete sein Turnier bereits nach zwei Kämpfen, obwohl er sein Potenzial an diesem Tag längst nicht vollständig zeigen konnte.

Starke Leistungen, aber harte Lehren
Auch wenn die erhoffte Medaille ausblieb, konnten beide Sachsen unter Beweis stellen, dass sie zur europäischen Spitze ihres Jahrgangs gehören. Gleichzeitig wurde deutlich, wie eng die Leistungsdichte auf diesem Niveau ist. Ein einziger kleiner Fehler oder ein kurzer Moment der Unachtsamkeit reichen aus, um einen Kampf – und damit oftmals das gesamte Turnier – zu entscheiden.
Trotz des enttäuschenden Ergebnisses erhielten beide Athleten nach ihren Kämpfen viel Anerkennung und Zuspruch von Trainern sowie aus der internationalen Judo-Community. Die gezeigten Leistungen machten deutlich, welches Potenzial in beiden Sportlern steckt.
Betreut wurden Ali Gaffarli und Hannes Schürer von U18-Bundestrainer Juan Cuneo, der beide bereits während seiner Zeit als Landestrainer in Sachsen auf ihrem sportlichen Weg begleitet und entwickelt hat. Ebenfalls vor Ort war Landestrainer Frederik Jäde, der das Wettkampfgeschehen von der Tribüne aus unterstützte und die Athleten während der gesamten Europameisterschaft begleitete.
Da die Gewichtsklassen -50 kg und -73 kg nicht Bestandteil des anschließenden Teamwettbewerbs waren, endete die Europameisterschaft für beide Athleten nach ihren Einzelwettkämpfen.
Bilder: Klaus Martin; EJU