Am vergangenen Wochenende stand beim Kata-Workshop des Judoverbandes Sachsen nicht nur das reine „Ablaufen“ einer Kata im Mittelpunkt. Vielmehr ging es darum, die zugrunde liegenden Prinzipien zu verstehen, Details zu erkennen und gemeinsam an den kleinen, aber entscheidenden Unterschieden zu arbeiten.
Im Fokus des Workshops stand die Nage-no-kata. Ziel war es, alle fünf Wurfgruppen Stück für Stück zu betrachten und dabei sowohl die grundlegenden Prinzipien als auch die technischen Feinheiten herauszuarbeiten. Die Aspirant*innen für den 3. Dan erhielten darüber hinaus die Möglichkeit, sich gesondert und intensiv mit der Katame-no-kata zu beschäftigen.
Besonders gelungen war der methodische Aufbau des Workshops. Für die einzelnen Wurfgruppen gab es jeweils ein Vorzeigepaar, das die entsprechenden Techniken präsentierte. Anhand dieser Demonstrationen konnten konkrete Punkte aufgegriffen, besprochen und direkt verbessert werden. Dabei entstand ein angenehmes und konstruktives Lernumfeld, in dem Fragen gestellt, unterschiedliche Details betrachtet und die jeweiligen Prinzipien nachvollziehbar vermittelt werden konnten.
So wurde die Nage-no-kata Wurfgruppe für Wurfgruppe und Technik für Technik durchgearbeitet. Gerade die kleinen Details machten dabei häufig den entscheidenden Unterschied. Statt sich lediglich auf die äußere Form zu konzentrieren, wurde immer wieder herausgestellt, warum bestimmte Bewegungen und Abläufe auf eine bestimmte Weise ausgeführt werden und welche Prinzipien dahinterstehen.
Auch bei der Katame-no-kata konnten die Teilnehmer*innen zahlreiche kleine, aber präzise Verbesserungen vornehmen. Die intensive Beschäftigung mit den Abläufen und Details zahlte sich aus: Viele der Teilnehmenden, die an diesem Tag zugleich ihr Kata-Modul im Rahmen ihrer Dan-Prüfung absolvieren wollten, konnten dieses erfolgreich abschließen.
Der Workshop sollte jedoch mehr sein als die Vorbereitung auf eine Prüfung. Mindestens ebenso wichtig ist, dass das erarbeitete Wissen mit zurück in die Vereine genommen wird. Die Teilnehmer*innen können dort künftig selbst Dan-Anwärter*innen bei der Vorbereitung unterstützen, Prinzipien erklären und die gewonnenen Erkenntnisse weitergeben. Auf diese Weise profitieren nicht nur diejenigen, die an diesem Tag auf der Matte standen, sondern langfristig auch weitere Judoka in den sächsischen Vereinen.
Am Ende blickten die Beteiligten auf einen gelungenen und lehrreichen Workshop zurück. Die konzentrierte Arbeit, die angenehme Atmosphäre und die überzeugend gezeigten Kata sorgten für große Zufriedenheit – und nicht zuletzt für viel Freude bei allen Beteiligten.